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Amsoldingen

„Im Himmel sy mir alli glych, …“ beginnt eine Aussage von Mme de Meuron, welche viele ruhige Stunden abseits vom Stadtrummel zwischen dem Amsoldinger See und der Kirche verbrachte. Die Kirchgemeinde umfasst die ländlichen Gemeinden Amsoldingen, Höfen, Längenbühl und Zwieselberg im Thuner Westamt.Jung und Alt bietet die Kirchgemeinde eine grosse Vielfalt an Anlässen: Im „Fyre mit de Chlyne“  hören 3 bis 5-jährige Kinder eine Geschichte, bewegen sich, singen und beten, um anschliessend gemütlich zusammen zu sein. Der Kindertag in den Frühlingsferien eignet sich für Kinder ab 4 Jahren. Die „Sunntigsgschicht“ wird während der Dauer des Gottesdienstes in Amsoldingen und Längenbühl erzählt. Vier Mal im Jahr findet an einem Samstag ein „KIK-Tag“ mit einfachem Mittagessen für Kinder ab 4 statt. Im „Ju-Ki-Treff“ finden Kinder und Jugendliche im KUW-Alter zusammen. Eine Krabbelgruppe für Kinder bis fünf und deren Mütter steht am letzten Dienstag im Monat auf dem Programm. „KG-aktiv“ heissen die Veranstaltungen für Frauen und Männer im aktiven Alter, z.B. Themen-, Diskussions-, Lieder- und Musikabende.

Im Kirchenchor singen Frauen und Männer; dieser tritt vier bis fünf Mal pro Jahr in der akustisch einmaligen, romanischen Basilika auf. Viele Konzerte unterschiedlicher Veranstalter finden in der Kirche statt. Mit „Kraft aus der Stille“ kann christliche Meditation in der Krypta erlebt werden. Die älteren Gemeindemitglieder treffen sich an den Senioren-Nachmittagen, im Seniorenkreis Längenbühl und im Seniorentreff. Auch Gäste von auswärts sind willkommen - so wird die am Jakobsweg gelegene Kirche von vielen Pilgern besucht.

Krypta mit römischen Säulen aus Aventicum

Die reichhaltig gestaltete Basilika gehört zu einer Kirchengruppe, die der Legende nach von König Rudolf II um 1000 n.Chr. gegründet worden war. Die querschifflose Pfeilerbasilika mit drei Apsiden und einem hochgelegenen Chor wurde anstelle eines um 700 entstandenen Vorgängerbaus errichtet. Im Vergleich mit der Kirche Spiez lässt sich ihre ursprüngliche Gestalt nachvollziehen. Der Basilika war ein weltliches Chorherrenstift angeschlossen, welches 1484 aufgehoben wurde. Der Kirchturm wurde um 1400 im gotischen Stil errichtet.

Kurz vor der Einführung der Reformation im Jahre 1528 wirkte Johannes Haller als Pfarrer in Amsoldingen, ein Mitstreiter Huldrych Zwinglis. Hallers bekanntester Nachfolger war Samuel Lutz, ein Freund Nikolaus Ludwig von Zinzendorfs, der Amsoldingen zu einem Zentrum des Pietismus machte.

Johann Jakob Weber baute 1812 die heutige Orgel, eine der ältesten im ursprünglichen Zustand im Kanton Bern. In der Krypta sind römische Säulen aus Aventicum und Allmendingen eingemauert. Die farbigen Chorfenster von Max Brunner symbolisieren Gott Vater, Jesus Christus und Heiliger Geist. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Darstellung des Heiligen Christophorus an der Nordwand, der Taufstein mit einem Kranz von Tiermedaillons, die Holzdecke und der Abendmahlstisch. Die Apsis ist aussen gegliedert durch Lisenen, Rundbogenfries und Nischenkranz. Die Kirche wurde 1978 bis 1980 umfassend renoviert und archäologisch untersucht.

Weitere Informationen zur Kirchgemeinde finden Sie unter www.ref.ch/amsoldingen.