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Fokus 09/2015

Gesucht: Obdach für Asylsuchende und Flüchtlinge

Das Staatsekretariat für Migration rechnet in diesem Jahr mit 29‘000 Asylgesuchen. Da sich die Situation in den Herkunftsländern bisher kaum verbessert, suchen die Kirchen Liegenschaften und Wohnungen für Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung flüchten müssen.

Die Bilder sind erschreckend, die Zahlen unfassbar: Noch nie verzeichnete das UN-Flüchtlingshilfswerk  UNHCR so viele Flüchtlinge wie jetzt. Der Jahresbericht Global Trends zeigt, dass Ende 2014 ganze 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht waren. Die Mehrheit unter ihnen – 38,2 Millionen – sind Vertriebene im eigenen Land, 19,5 Millionen sind in einen anderen Staat geflüchtet, meistens in ein Nachbarland. Rund 1,8 Millionen Asylsuchende warten auf einen Entscheid zu ihrem Gesuch. Die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder. Der massive Anstieg wird hauptsächlich durch die Bürgerkriege in Syrien und Irak sowie durch Konflikte in einigen afrikanischen Staaten verursacht. Nur ein kleiner Teil dieser Schutz suchenden Menschen erreicht die Grenzen Europas. Aber natürlich steigen – trotz neuen Grenzzäunen und Abschreckungsmassnahmen – auch hier die Zahlen der Asylgesuche. Das Staatssekretariat für Migration rechnet mit 29'000 Gesuchen im Jahr 2015.  Das stellt alle Verantwortlichen vor grosse Herausforderungen, die aber gemäss den Erfahrungen aus der Kosovo-Krise lösbar sind. Da weder der Krieg in Syrien ein Ende findet noch die Situation in Eritrea sich bessert, dürfen viele Menschen als vorläufig Aufgenommene oder auch für immer hier bleiben.Resolution des KirchenparlamentesDie Mitglieder der Sommersynode 2015 verabschiedeten eine Resolution, in der sie die Kirchgemeinden bitten:

  • das Engagement der Hilfswerke, insbesondere des HEKS, zugunsten der Flüchtlinge bei uns und anderswo aktiv zu unterstützen,
  • gemäss dem Aufruf des Synodalrates vom September 2014 Wohnraum zu suchen und Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen,
  • dazu beizutragen, dass Flüchtlinge bei uns offen und gastfreundlich aufgenommen werden.

Zusammen mit den Behörden des Kantons Bern und den zuständigen Hilfswerken suchen die Kirchen Liegenschaften für Kollektivzentren wie auch Wohnungen für Familien und Einzelpersonen. Kennen Sie grössere Liegenschaften, die zurzeit unbenutzt sind? Oder Landflächen, auf denen mobile Unterkünfte aufgestellt werden können? Besitzen Sie selbst Wohnraum, den Sie vermieten können? Viele Kirchgemeinden sind bereits aktiv und heissen Flüchtlinge willkommen. Aber es braucht mehr, wie der UN-Flüchtlingskommissar António Guterres sagt: «In einer Zeit der beispiellosen Massenflucht und  -vertreibung brauchen wir eine ebenso beispiellose humanitäre Unterstützung und ein erneuertes globales Bekenntnis zu Toleranz und Schutz für Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung.»

Kontakt: Falls Sie Ideen oder konkrete Angebote für Unterkünfte haben, melden Sie sich bitte bei Kathrin Buchmann, Geschäftsleiterin Kirchliche Kontaktstelle für Flüchtlingsfragen, Effingerstrasse 55, 3008 Bern, Tel. 031 385 18 10, E-Mail: kathrin.buchmann(at)kkf-oca.ch

Lesen Sie ausserdem die Geschichte von Layloma Fazili, die vor fünf Jahren mit ihrem Mann und ihren Kindern Afghanistan (Foto) verliess und drei Monate später in die Schweiz gelangte.

Textquelle: info refbejuso vom 07.09.2015, Anne-Marie Saxer-Steinlin, Leiterin Fachstelle Migration Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Bild: www.heks.ch, Redaktion: Stephanie Keller