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Fokus 02/2015

Weltgebetstag 2015: "Begreift ihr, was ich an euch getan habe?"

Der Weltgebetstag (WGT) ist eine ökumenische Bewegung christlicher Frauen. Dessen Ziel ist es, durch betendes Handeln Not zu lindern und Zeichen der Solidarität zu setzen. Dieses Jahr findet der Weltgebetstag am Freitag, 6. März statt; die Liturgie stammt von den Bahamas.

Frauen aus den Bahamas sind die Verfasserinnen der Liturgie. Der wichtigste Bibeltext der WGT-Feier 2015 steht im Johannes Evangelium Kap.13, Vers 1-17. Als Jesus seinen Jüngern die Füsse gewaschen hatte, fragte er sie: "Begreift ihr, was ich an euch getan habe?"

Wie würden Sie auf diese Frage antworten? Das Weltgebetstagkomitee der Bahamas, das die Liturgie für den 6. März 2015 verfasste, vertiefte sich in die Lektüre dieser Verse um eine Antwort zu finden in der liebevollen Geste Jesu, seiner allumfassenden Liebe. Diese grenzenlose und allumfassende Liebe Gottes ist das Thema der Liturgie 2015. Sie erzählt uns, dass alles von ihr umwebt und durchdrungen ist. Wenn wir dem Beispiel Jesu folgen wollen, der seinen Jüngern die Füsse wusch, sind wir aufgerufen, diese Geste der Liebe auf den Bahamas, wie auch in unseren eigenen Gemeinschaften fortzuführen. So dreht sich die Spirale von informiertem Beten und betendem Handeln rund um den Erdball.

Die Bahamas sind von grosser Schönheit. Die schönen Farben der Natur widerspiegeln sich im Gottesdienst und im Titelbild der Liturgie, das "BLESSED" (gesegnet) heisst. Die Künstlerin Chantal E.Y. Bethel lebt und arbeitet auf der Insel Grand Bahamas. Sie gestaltet ihre Bilder aus tiefen Gefühlen heraus. In ihren Werken spielen die Landschaften und die Volkskunst ihrer Heimat eine wichtige Rolle. Chantal E.Y. Bethel: "BLESSED illustriert die Bahamas durch unseren National-Vogel, den Flamingo. Es illustriert auch unsere Segnung, die wir mit der Welt jenseits des Ozeans teilen. Die Flamingos verbeugen sich vor den Füssen Christi. In dieser Geste der Unterordnung ist Vergebung, Friede und Liebe."

Auch im Kirchlichen Bezirk Thun finden am Weltgebetstag vom Freitag, 6. März 2015, zahlreiche Gottesdienste statt - siehe Spezialgottesdienste.

Stationen in der Geschichte des Weltgebetstags

Trägerinnen des Schweizerischen Weltgebetstags-Komitees sind die Evangelischen Frauen Schweiz, der Schweizerische Katholische Frauenbund und der Verband Christkatholischer Frauen der Schweiz. Aufgaben des Komitees sind das Übersetzen der Liturgie in die vier Landessprachen, die Herausgabe des Arbeitsmaterials zur Vorbereitung des Weltgebetstages, die Durchführung einer Schweizerischen Weltgebetstagstagung, das Suchen von geeigneten Frauenprojekten im jeweiligen Herkunftsland der Liturgie, die Mitarbeit in der ökumenischen Kommission "Weltgebetstags-Kollekte", die Kontaktpflege zum internationalen WGT-Komitee und die Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit.

  • 1887: Mary Ellen James aus Brooklyn ruft zu einem Weltgebetstag für die innere Mission auf. Drei Jahre später folgt der Aufruf zu einem Gebetstag für die Äussere Mission.
  • 1920: Beide Gebetstage werden zusammengelegt.
  • 1926: Der Begriff „Weltgebetstag“ entsteht. Missionarinnen und Frauenverbände im In- und Ausland werden gebeten, sich den nordamerikanischen Frauen anzuschliessen und über Konfessionen hinweg den Weltgebetstag zu verbreiten.
  • 1927: Am 4. März 1927 wird der erste Weltgebetstag gefeiert.
  • 1929: Der Weltgebetstag wird in 30 Ländern gefeiert, darunter neun europäische Länder: Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland, Polen, Ungarn, Frankreich, England und Schottland.
  • 1942: Aus den USA werden Liturgien in 51 verschiedene Länder verschickt.
  • 1945: Nach dem Zweiten Weltkrieg führt die Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung dazu, dass sich weltweit viele Frauen der Weltgebetstagsbewegung anschliessen.
  • 1950: Die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) laden erstmals offiziell zum Weltgebetstag ein. Dieser wird nun ins 92 Ländern gefeiert.
  • 1956: Erstmals wird in der Schweiz versucht, die deutsche und französische Liturgie für zweisprachige Gottesdienste aufeinander abzustimmen.
  • 1958: Gründung des Internationalen WGT-Komitees in Schweden. Ab diesem Zeitpunkt bestimmen die nationalen WGT-Komitees die Richtlinien und wählen Themen und Herkunftsländer für künftige Liturgien aus. Weltweit wird ab 1969 der Weltgebetstag auf den ersten Freitag im März festgelegt.
  • 1970: Erste Internationale Weltgebetstags-Konferenz in Thailand.
  • 1987: 100 Jahre Weltgebetstag. Der Weltgebetstag wird in 170 Ländern gefeiert.
  • 1992: Die Schweiz, Deutschland und Österreich schreiben die Liturgie zum Thema "In Weisheit mit der Schöpfung leben".
  • 2002: Mit Rumänien kommt die Weltgebetstags-Liturgie erstmals aus einem orthodoxen Land.
  • 2003: Internationale WGT-Konferenz in Swanwick/GB. Der Weltgebetstag wird in über 170 Ländern gefeiert.
  • 2007: An der Internationale WGT-Konferenz in Toronto/Canada wir das Schweizerische Komitee mit dem Marga Bührig-Anerkennungspreis in Würdigung der gelebten Ökumene und dem Engagement für Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung aus Sicht der Frauen ausgezeichnet.
  • 2011: 75 Jahre Weltgebetstag in der Schweiz

Text- und Bildquelle: www.wgt.ch, Redaktion: Stephanie Keller